Exact Online 28.04.2026 7 min Lesezeit

Exact Online für Großhandel: Wann sich der Umstieg lohnt.

Sechs Indikatoren aus echten Projekten — und drei Situationen, in denen wir vom Wechsel abraten.

Großhandelsunternehmen, die ihre Warenwirtschaft modernisieren wollen, stehen oft vor dem gleichen Bild: Eine über Jahre gewachsene Lösung deckt das Tagesgeschäft ab, aber jede neue Anforderung — neue Vertriebskanäle, neue Lager, neue Auswertungen — kostet überproportional viel Aufwand. Lohnt sich dann ein Umstieg auf Exact Online?

Aus unseren Projekten kennen wir sechs Indikatoren, die fast immer für einen Wechsel sprechen — und drei Gegenanzeigen, bei denen wir empfehlen, zuerst andere Schritte zu gehen.

Sechs Indikatoren, die für einen Umstieg sprechen

1. Excel ersetzt zentrale ERP-Funktionen

Bestandsführung, Mindestmengen, Einkaufsplanung oder Verkaufsanalysen laufen über Excel-Listen, die in keinem System konsistent zusammenlaufen. Spätestens dann wird das ERP zur Quelle der Wahrheit — wenn man es lässt.

2. Mehrere Lager, mehrere Standorte

Sobald Bestände an verschiedenen Orten geführt werden, braucht es eine saubere Multi-Warehouse-Logik. Exact Online bildet das standardmäßig ab — viele ältere Systeme nicht.

3. Mehrwährungs- oder Auslandsgeschäft wächst

Fremdwährungen, Intrastat-Meldungen und länderspezifische Steuerlogiken sind in einer Cloud-Lösung wie Exact Online deutlich pflegeleichter als in selbst gebauten Workarounds.

4. Es soll ein Shop oder ein Marktplatz angebunden werden

Wer den Vertrieb über Online-Kanäle ausweiten will, profitiert von einem ERP mit offenen Schnittstellen. Bestellungen, Artikelstammdaten, Bestände und Belege wandern dann automatisiert statt manuell.

5. Buchhaltung und Warenwirtschaft sind heute zwei Welten

Wenn die Buchhaltung in einem separaten System läuft und Werte regelmäßig hin- und hergebucht werden, ist das ein klassischer Treiber für Konsolidierung in einem Cloud-ERP — gerade mit Schnittstellen zu DATEV und Banken.

6. Es gibt eine wachstumsbedingte Skalierungsgrenze

Wenn das aktuelle System mit weiteren Nutzern, Mandanten oder Lagern nicht mehr mitwächst, ist der Wechsel zwingend — die Frage ist nur, wann.

Drei Situationen, in denen ein Umstieg verfrüht ist

1. Die Prozesse sind unklar — und wären auch ohne ERP unklar

Wenn niemand sagen kann, wie eine Bestellung heute genau läuft, hilft kein neues ERP. In diesem Fall arbeiten wir zuerst an Prozessen und Verantwortlichkeiten.

2. Das aktuelle System ist „nur" alt — aber stabil und vollständig

Alter allein ist kein Grund für einen Wechsel. Solange das System die Anforderungen abbildet und stabil läuft, kann eine Modernisierung in Etappen sinnvoller sein als eine Komplettablösung.

3. Es fehlt interne Verantwortlichkeit für das Projekt

Ein ERP-Projekt ohne klare interne Eigentümerschaft scheitert auch mit dem besten System. Wir empfehlen, das vor dem Projektstart zu klären — nicht währenddessen.

Was wir konkret prüfen, bevor wir empfehlen

  • Welche Produkt- und Sortimentslogik liegt heute vor?
  • Wie viele Bestellungen, Lieferungen und Rechnungen pro Monat entstehen?
  • Welche Vertriebs- und Einkaufskanäle sind angeschlossen oder geplant?
  • Wie sieht die Buchhaltungs-Schnittstelle (DATEV, Bank, OP-Listen) aus?
  • Welche Reports werden tatsächlich gebraucht — und welche behauptet jemand zu brauchen?

Fazit

Ein Umstieg auf Exact Online lohnt sich, wenn die heutige Lösung die nächsten Wachstumsschritte erkennbar nicht mehr trägt — und wenn die Organisation bereit ist, Verantwortung für ihre Daten und Prozesse zu übernehmen. Beides lässt sich in einer kompakten Bestandsaufnahme klären, bevor ein Programm beginnt.

Wholesale companies modernising their inventory and merchandise systems usually face the same picture: a long-grown solution covers daily business, but every new requirement — new sales channels, new warehouses, new reports — costs disproportionate effort. Is switching to Exact Online worth it then?

From our projects we know six indicators that almost always argue for a switch — and three counter-indicators that suggest waiting and taking other steps first.

Six indicators that argue for a switch

1. Excel replaces core ERP functions

Stock-keeping, reorder points, purchasing planning or sales analytics are run in spreadsheets that never reconcile cleanly in any system. That is the moment the ERP becomes the source of truth — if you let it.

2. Multiple warehouses, multiple locations

As soon as stock is held in several places, clean multi-warehouse logic is required. Exact Online supports this natively — many older systems do not.

3. Multi-currency and cross-border business is growing

Foreign currencies, Intrastat reporting and country-specific tax logic are far less painful in a cloud solution like Exact Online than in home-grown workarounds.

4. A shop or marketplace is being connected

Companies expanding into online channels benefit from an ERP with open APIs. Orders, master data, stock and documents then move automatically instead of by hand.

5. Accounting and inventory live in two worlds today

If accounting runs in a separate system and figures are constantly moved back and forth, that is a classic driver for consolidation in a cloud ERP — especially with strong DATEV and banking interfaces.

6. The current system is hitting a growth ceiling

If the current system no longer scales with more users, entities or warehouses, switching is inevitable — only the timing is open.

Three situations where switching is premature

1. Processes are unclear — and would remain unclear without an ERP

If nobody can explain how an order actually flows today, no new ERP will help. In that case we work on processes and ownership first.

2. The current system is just "old" — but stable and complete

Age alone is not a reason to switch. As long as the system covers the requirements and runs stably, a staged modernisation can be wiser than a full replacement.

3. There is no internal ownership for the project

An ERP project without clear internal ownership fails even with the best system. Clarify that before the project starts — not during it.

What we examine concretely before recommending

  • What product and assortment logic do we have today?
  • How many orders, deliveries and invoices per month?
  • Which sales and purchasing channels are connected or planned?
  • What does the accounting interface look like (DATEV, banking, open items)?
  • Which reports are actually used — versus claimed to be needed?

Conclusion

A switch to Exact Online pays off when the current solution can no longer carry the next growth steps — and when the organisation is ready to take ownership of its data and processes. Both can be clarified in a compact assessment before any programme begins.

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