B2B-Handel · KI · Exact Online 11.06.2026 4 min Lesezeit

KI-Projekte im B2B-Handel: drei Felder, die sich zuerst lohnen

Nicht jedes KI-Projekt verdient den ersten Platz. Im Handel zählen Vorgänge mit Volumen, klaren Regeln und sichtbarem Zeitverlust.

Projektmanagerin prüft die Bereiche Orders, Master Data und Invoice Matching auf einem ERP-Dashboard in einer Handelsumgebung Bild antippen zum Vergrößern
Drei gute Startpunkte für KI im B2B-Handel: Auftragserfassung, Stammdaten und Rechnungsabgleich.

Mittelständische B2B-Händler stehen unter Druck. Mehr Vorgänge. Mehr Rückfragen. Mehr Daten aus Mails, PDFs, Excel-Listen und Portalen. Gleichzeitig soll das Backoffice schneller werden und weniger Fehler machen.

KI hilft nur, wenn sie nah am Prozess arbeitet. Nicht als Präsentation. Nicht als Labor. Sondern dort, wo heute täglich Zeit verloren geht. Für Unternehmen mit Exact Online oder einer geplanten Einführung sehe ich drei sinnvolle Startpunkte.

Erst den Engpass wählen. Dann die Daten prüfen. Dann klein automatisieren.

Drei Felder mit schnellem Nutzen

Aufträge aus Mail und PDF vorerfassen

Viele Bestellungen kommen nicht sauber strukturiert. Sie liegen als Mail, PDF oder Freitext vor. Das Team liest, tippt, prüft und fragt nach.

KI kann diese Eingangsdaten auslesen, mit Kunden-, Artikel- und Preisdaten abgleichen und als Auftragsentwurf bereitstellen. Der Mensch entscheidet bei Ausnahmen. Genau so wird es robust: Routine läuft schneller, Sonderfälle bleiben sichtbar.

Stammdaten ordnen, bevor sie bremsen

Produktdaten kommen oft aus Lieferantenlisten, Katalogen oder Tabellen. Unterschiedliche Bezeichnungen, fehlende Attribute, Dubletten und uneinheitliche Einheiten kosten später Zeit in Einkauf, Vertrieb und Reporting.

KI kann Daten vereinheitlichen, Merkmale zuordnen, Dubletten markieren und fehlende Angaben sichtbar machen. Das ersetzt keine fachliche Verantwortung. Es macht sie handhabbar.

Rechnungen gegen Bestellung und Wareneingang prüfen

Beim Rechnungsabgleich wird der Nutzen schnell konkret. Stimmen Menge, Preis, Bestellung und Wareneingang überein? Wenn ja, kann der Vorgang sauber weiterlaufen. Wenn nicht, muss jemand gezielt prüfen.

Ein solcher Abgleich spart keine Kontrolle weg. Er sortiert die Arbeit. Das Team beschäftigt sich weniger mit Routinefällen und mehr mit echten Abweichungen.

Worauf ich in der Umsetzung achte

Ein guter Pilot braucht keine große Bühne. Er braucht einen klaren Prozess, eine messbare Ausgangslage und jemanden, der fachlich entscheidet. Wie viele Vorgänge gibt es pro Monat? Wie lange dauert ein Vorgang heute? Welche Fehler kommen immer wieder? Welche Daten fehlen?

Wenn diese Antworten nicht vorliegen, ist der erste Schritt kein KI-Tool. Dann ist der erste Schritt Prozess- und Datenarbeit. Genau hier entscheidet sich, ob Agentische KI später wirklich entlastet oder nur neue Rückfragen erzeugt.

Mein Vorschlag für den Einstieg

Starten Sie mit einem Vorgang, der oft vorkommt und klare Regeln hat. Auftragserfassung oder Rechnungsabgleich sind dafür meist besser geeignet als ein großes KI-Programm mit vielen offenen Enden.

Vier Wochen reichen oft, um zu sehen, ob der Prozess trägt: Daten prüfen, Pilotfall bauen, Ausnahmen definieren, Ergebnis messen. Danach kann die Geschäftsleitung entscheiden. Nicht aus dem Bauch. Sondern auf Basis eines getesteten Ablaufs.

PRODVIS Prozess-Check anfragen

Mid-market B2B wholesale companies are under pressure. More transactions. More questions. More data from emails, PDFs, spreadsheets and portals. At the same time, the back office is expected to become faster and make fewer mistakes.

AI only helps when it works close to the process. Not as a presentation. Not as a lab. But where time is lost every day. For companies using Exact Online, or planning to introduce it, I see three practical starting points.

Choose the bottleneck first. Check the data. Then automate in a small, controlled way.

Three fields with quick operational value

Pre-capture orders from email and PDF

Many orders do not arrive in a clean structure. They come as emails, PDFs or free text. The team reads, types, checks and follows up.

AI can read this input, compare it with customer, item and price data, and prepare an order draft. People decide on exceptions. That is what makes it robust: routine work moves faster, special cases remain visible.

Clean up master data before it slows the business down

Product data often comes from supplier lists, catalogues or spreadsheets. Different names, missing attributes, duplicates and inconsistent units later cost time in purchasing, sales and reporting.

AI can standardise data, assign attributes, flag duplicates and make missing information visible. It does not replace business ownership. It makes that ownership manageable.

Match invoices against purchase orders and goods receipt

Invoice matching is where the value becomes concrete very quickly. Do quantity, price, order and goods receipt match? If yes, the case can move forward. If not, someone needs to review it specifically.

This kind of matching does not remove control. It sorts the work. The team spends less time on routine cases and more time on real exceptions.

What I watch during implementation

A good pilot does not need a big stage. It needs a clear process, a measurable baseline and someone who owns the business decision. How many cases are there per month? How long does one case take today? Which errors repeat? Which data is missing?

If these answers are not available, the first step is not an AI tool. The first step is process and data work. This is where it becomes clear whether agentic AI will later reduce workload or simply create new questions.

My suggested starting point

Start with one process that occurs often and follows clear rules. Order entry or invoice matching are usually better candidates than a broad AI programme with too many open ends.

Four weeks are often enough to see whether the process holds: check the data, build the pilot case, define exceptions and measure the result. Then management can decide. Not by gut feeling, but on the basis of a tested workflow.

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